Mittwoch, 6. Dezember 2017

Game Review: Laytons Mystery Journey - Katrielle und die Verschwörung der Millionäre

Genre: Adventure, Rätsel/Puzzle
Publisher: Nintendo, Level-5
Developer: Level-5
USK: Freigegeben ab 6 Jahren
Release: 06. Oktober 2017
Spielzeit: 25 - 30 Stunden

Im siebten Teil der Professor Layton Reihe gehen wir nicht mit dem Professor auf eine Reise, sondern schließen uns der neuen Detektei Layton an unter der Führung seiner Tochter Katrielle. Zusammen mit ihrem Assistenten Ernest und dem sprechenden Hund Sherl geht es auf zur munteren Rätseljagd...

Insgesamt erwarten uns 12 Fälle - da haben wir schon den Knackpunkt. Nicht ein Fall, der uns das ganze Spiel auf Trab hält, sondern zwölf kleiner Fälle, die dann aber doch in einem Finale sich zusammenschließen. In der Kürze liegt die Würze möchte man meinen, aber leider wirken die Fälle dann doch ziemlich oberflächlich und manchmal sogar etwas unglaubwürdig.

Ebenfalls nicht ganz so das gelbe vom Ei sind die Rätsel. Während einige Rätseltypen sich bis zur gefühlten Unendlichkeit wiederholen, so können andere Rätsel nur mit den Hinweisen gelöst werden, da es mehrere Wege gibt. Ich erläutere dies am besten an einem Beispiel eines der ersten Rätsel betreffend:

Wie viele Stellen der Uhr musst du berühren, damit die gewünschte Zeit angezeigt wird? Nun könnte man denken, dass wir kleinen Rebellen einfach die Zeiger drehen könnten - wahlweise einen oder auch zwei. Aber nix da, die richtige Lösung ist abwarten. Wenn man jetzt Korinthenkackerei betreiben würde, würde man davon ausgehen, dass ja eine Stelle berührt werden muss. Gut, darüber kann man sich streiten, aber leider kommen in den Rätsel auch Übersetzungsfehler vor. Im Englischen funktioniert es - im Deutschen weniger.

Schade, denn die deutsche Synchronisation, die am Ende eines Falls den Spieler das Lesen abnimmt, ist wirklich gelungen. Bei den vielen Dialogen, die einen Großteil des Spiels einnehmen, hätte ich mir eine Sprachausgabe durchaus durchgehend gewünscht. Naja, man kann nicht alles haben, wenn man bedenkt, dass dies Spiel nicht nur für den 3DS, sondern auch für iOS und Android erschienen ist, dann ist eine vollständige Sprachausgabe wohl utopisch.

Macht die Dialoge allerdings auch nicht besser. Viele Sätze sind nur zum Füllen da und verbleiben in Belanglosigkeiten. Dabei sind die Charaktere eigentlich sympathisch - Katrielle ist eine Figur, der man auf Augenhöhe begegnet und mit der man sich identifizieren kann. Ernest und der Hund Sherl runden das Trio ab, im Gegensatz zur Gegenspielerin Emiliana, die so wunderbar in den Konflikt passt.

Von einem gestohlenen Uhrzeiger, die Legende der Themse beim Uferfest, einen Kinofilm mit dem Namen "Torpedo der Liebe" und Durian-Popcorn, eine verschwundene Katze, ein Geisterhaus, ein Bankraub, Ratman Returns, eine Kreuzfahrt, ein Geschenk für die Frau von Hastings oder sogar eine Rückblende zur Unizeit von Ernest - ihr seht Abwechslung mit den 7 Löwen ist gegeben. Außerdem können Minispiele einem die Zeit vertreiben, wie z.B. das perfekte Dinner auswählen, eine Boutique einrichten oder Sherl aus der großen Schiebung befreien.

Soundtrack nicht aufdringlich, aber begleitet gut - neben Hinweismünzen lassen sich Kuriositäten sammeln, Katrielle ankleiden und die Detektei neu eingerichtet werden.

Fazit

Ein Rätselspiel mit kleinen Fehlern, welches seinen eigenen Charme hat, sich aber an vielen Kleinigkeiten aufhält.