Samstag, 2. Dezember 2017

Game Review: Last Day of June

Genre: Adventure
Publisher: 505 Games
Developer: Ovosonico
USK: Freigegeben ab 12 Jahren
Release: 31. August 2017
Spielzeit: 4 - 5 Stunden

Einfach in der Zeit zurückreisen um einen vermeintlichen Fehler des Schicksals zu ändern, das Leben wieder lebenswert zu machen. Ein Pärchen, welches zu einem See fährt und dabei eine Welle von Ereignissen lostritt, die nicht mehr aufzuhalten scheint. Kann der namenlose Mann den Tag verändern? Und was für einen Preis muss man zahlen, wenn man dies versucht? Dies alles erfährt man im Indiespiel Last Day of June…

Wie gemalt liegt vor uns eine sagenhafte und hochemotionale Geschichte. Am Anfang passiert etwas Schreckliches und die Welt des namenlosen Mannes wird auf den Kopf gestellt und aller Farben beraubt. Doch dann erkennt er, dass er durch die Bilder im Atelier seiner Frau zurück in die Zeit reisen kann, als derjenige, dem dieses Portrait gegolten hat. Schickt man den Jungen nicht zum Spielen mit dem Hund, so lässt der Drache mit seinem Opa einen Drachen steigen - folglich kein Ball auf der Straße. Aber die umziehende Nachbarin braucht auch das Seil um die Kartons auf ihrem Wagen zu sichern…

Irgendwie muss ein Weg gefunden werden, alles so zu regeln, dass es nicht zu dem folgenschweren Unfall kommt. Immer wieder heißt es in die Bilder zurückgehen um noch ein kleines Detail zu ändern, welches über ganze Schicksale entscheidet. Dabei ist das Spiel aber meist von einer ruhigen Erzählweise und spielt mit dem Kleinigkeiten im Leben. So erfahren wir eine Menge zur Hintergrundgeschichte der Charaktere, dessen Portrait wir betreten haben. Die Nachbarin zieht aus einem bestimmten Grund weg und der Jäger versucht krampfhaft in die Fußstapfen seines Vaters zu treten. So viele Schicksale, die sich zu einem Gesamtbild der kleinen Nachbarschaft schließen.

Immer gibt es Kleinigkeiten zu entdecken und so darf der Spieler kleine Gedankenblasen mit den Charakteren einsammeln, die Fotos und Erinnerungen freischalten. Jeder Nachbar hat dabei eigene Fähigkeiten - der Junge kann zum Beispiel Blumenkübel mit seinem Ball umwerfen um neue Wege zu gehen. In den Zwischensequenzen in denen man nicht in einem Bild steckt, streift der Mann durch die Nachbarschaft, erschließt sich immer neue Bereiche und erlebt so sein gemeinsames Leben und die vielen Hochs und Tiefs der Beziehung noch einmal.

Fazit

Eines der liebevollsten und zugleich traurigsten Spiele, die ich je spielen durfte. Ein wahres Meisterwerk mit einer nachhaltigen Botschaft und emotionalen Charakteren.