Mittwoch, 22. November 2017

Game Review: The Witcher 2 - Assassin's of Kings

Genre: RPG
Publisher: CD Project Red
Developer: CD Project Red
USK: Freigeben ab 16 Jahren
Release: 17. Mai 2011
Spielzeit: 20 - 30 Stunden

Wir befinden uns im Jahre 1271, also nach dem ersten Teil und der Krieg zwischen Anderlingen und Menschen hat ganz neue Ausmaße erreicht. Zudem rückt Nilfgaard immer weiter vor und bedroht die restlichen Königreiche, wie Temerien und Redanien. Wie gut, dass wir mit unserem Hexer Geralt von Riva wieder mitten im Geschehen sind... egal ob sich Geralt in die Politik einmischen will oder nicht - ihm bleibt keine andere Wahl um seine Unschuld zu beweisen...

Gestartet wird mit einer szeniastischen Cutszene, die schöner und ausdrucksstärker nicht sein könnte. Moment, wir könnten auch in das Tutorial starten, in welchem wir auf der Suche nach trockenen Stiefeln sind und dann schließlich auch in einer Arena kämpfen, aber da der erste Teil noch nicht lange her ist...

Und schwupps werden wir mitten in eine Belagerung von König Foltest von Temerien gegen die La Vallette geschmissen, welche wir natürlich im Alleingang lösen. Etwas schlauchig, aber es ist ja auch erst der Anfang. Durch diese Schlauchlevel findet allerdings eine unglaubliche Inszenierung der Geschehnisse statt. So wirkt alles extrem passend und schlüssig. Es wird immer noch eine Schippe draufgelegt und der Spieler fühlt sich wunderbar unterhalten.

Wir erleben die Geschichte aus unseren eigenen Erzählungen bei einem Verhör, aber was besonders daran ist, dass Teile der Handlung der Bücher in kunstvollen Sequenzen, die in einem eigenen Stil gezeichnet wurden, erläutert werden. Sehr hübsch! Bekannte Charaktere, wie Triss Merigold, Zoltan, Sheala de Tancarville oder Rittersporn tauchen ebenfalls wieder auf und beweisen im zweiten Teil sogar noch mehr Charaktertiefe dank eindrucksvoller Dialoge. Besonders auf den Charakter der Saskia sollte man mal ein Auge werfen. Von der Augenschmaus-Grafik will ich gar nicht anfangen, weil ich mich in Schwärmerei verlieren würde. Genauso schwärme ich für den wunderschönen Soundtrack, der perfekter nicht sein könnte und sehnsuchtsvoll zu den größten Fantasy-Soundtrack zählt.

Schlauchlevel folgt auf Schlauchlevel und dann endlich sind wir in Flotsam, eine kleine Stadt am Fluss Pontar. So gleich treffen wir auf die Scoia´tael bzw. ihren Anführer Iorweth, auf deren Seite wir uns genau wie im ersten Teil schlagen können. Hier gibt es endlich mal Nebenquests, die alle unterschiedlich gelöst werden können und von einer Schließung eines Ladens für Räuchermittel bis hin zu Monsteraufträgen, wie der Kayran gehen. Verliebte Trolle möchten gebändigt werden, Harpyien gejagt und neben dem bewaldeten Flotsam kommen wir auch noch nach Vergen in die Stadt der Zwerge, in der man sich schon verlaufen kann.

Stichwort Kampfsystem - nicht mehr die verschiedenen Auswahlarten, wie Gruppen- oder schneller Stil, dafür kommt der Tanz der Hexer trotzdem gut zur Geltung. Wir haben wie immer ein Stahlschwert für Menschen und ein silbernes Schwert für Monster, wobei erstes wohl ebenfalls für Monster ist, wenn man so recht bedenkt. Hexerzeichen, Tränke, Wurfmesser - für Abwechslung ist definitiv gesorgt und so kann jeder seinen eigenen Stil finden. Der Fähigkeitenbaum mit vier Hauptästen kann frei gewählt werden.

Wer die Welt des Hexers bereits aus den Büchern oder dem Vorgänger kennt, weiß, dass diese unbarmherzig ist. Tod, Intrigen und Rassismus sind Gang und Gebe in dieser Welt, verleihen ihr aber eine Entgültigkeit und Authentizität, die man selten sieht. Die Atmosphäre ist zum Schneiden dicht und zieht den Spieler vollkommen in sich hinein.

Fazit

Ein manchmal etwas schlauchiges, aber in sich großartiges Fantasy-Rollenspiel mit einer tollen Geschichte, authentischen Charakteren und wunderschönen Umgebungen. Einfach fantastisch!