Mittwoch, 22. November 2017

App Review: Animal Crossing - Pocket Camp

Genre: Simulation
Publisher: Nintendo
Developer: Nintendo
USK: keine Angabe
Release: 22. November 2017
Spielzeit: 10 - 100 Stunden

Schon heiß erwartet - die neue App von Nintendo, diesmal im Animal Crossing Franchise. In Pocket Camp übernehmen wir nicht die Rolle eines Bürgermeisters, sonder müssen einen Campingplatz leiten. Wieder ist Melinda mit von der Partie und zahlreiche Nachbarn wollen bei uns Urlaub machen. Doch wie kann sich die kostenlose App durchsetzen? Macht es Spaß oder haben wir einen Pay2Win-Verschnitt? Schauen wir uns das Ganze einmal näher an!

Wie ich bereits sagte, wollen wir einen Zeltplatz aufbauen. Dazu steht uns sowohl eine Fläche, die wir mit Möbeln frei einrichten können, als auch ein Zelt und ein Projekt zu Verfügung. Wobei die Fläche für das Verschönerungsprojekt erst ab Level 10 freigeschaltet wird. Mit bestimmten Möbeln lassen sich verschiedene Nachbarn anlocken, die mit der Zeit immer anspruchsvoller werden.

Wünsche erfüllen ist die wichtigste Aufgabe. Nachbarn können sich Fische, Insekten, Muscheln oder Früchte wünschen, die wir in der Welt aufsammeln und fangen können - zur Not natürlich auch am Basar eines anderen Spielers zu erwerben. Mit jeden erfülltem Wunsch steigt die Freundschaftsanzeige eines Bewohners. Ist dieser Grad hoch genug und die richtigen Möbel stehen zur Verfügung, kann man den Nachbarn zu sich auf den Zeltplatz einladen. Sowohl beim  Erfüllen von Wünschen, als auch als Geschenk auf dem Platz geben einem die Nachbarn immer wieder Materialien.

Mit Materialien lassen sich logischerweise Sachen bauen, wie der Ausbau des Zeltes oder Möbel. Dies übernimmt das blaue Alpaka Björn, welcher nicht nur Material, sondern auch Sternies, als Entgelt und eine gewisse Zeit benötigt. Und da kommen wir zum ersten Kritikpunkt - während einige Möbel nur 1 - 3 Minuten dauern, nehmen andere gleich 6 - 7 Stunden in Beschlag. Ich hätte mir einen Mittelweg gewünscht - ein Möbelstück 30 Minuten bis 2 Stunden, aber diese beiden Extreme sind für mich nicht gerade gelungen. Das der Ausbau des Zeltes 12 Stunden in Anspruch nimmt, finde ich wiederum realistisch.

Beschleunigen lassen sich alle Sachen mit Blätter-Bons - natürlich können sie auch gegen echtes Geld gekauft werden, aber auch im Spiel durch das Erfüllen von Aufgaben erhält man die begehrten Scheine.

Stilistisch ist es an Animal Crossing New Leaf angelehnt und ich muss gestehen, dass ich bei Spielen von Pocket Camp Lust bekomme New Leaf zu spielen. Da kann ich auch besser mit meinem Inventar umgehen, denn in Pocket Camp ist es ständig voll - neue Plätze kauft man wieder mit Blatt-Bons. Ein vollwertiges Animal Crossing ist es folglich nicht und das Warten nimmt mir einen großen Teil des Spielspaßes. Wieso kann man nicht einfach 2 € für die App nehmen und diese beschissenen InGame-Shops beiseite lassen? Tag-Nacht-Rhythmus und alte Bekannte, wie die Igelschwestern, die auf dem Markt ihre Klamotten verkaufen. Neue Gesichter gibt es in der Form von Fiete, Schorsch und Ralle, den Vögeln, die sich um die Gestaltung des Wohnwagens kümmern.

Am Anfang gibt es noch viel herunterzuladen, was den Speicherplatz des Handys ganz schön strapaziert. Das Blöde daran ist allerdings, dass man den Download angeblich überspringen kann, jedenfalls gibt es einen Button dafür, man dann aber immer wieder zurückgesetzt wird, bis man den Download beendet. Für unterwegs, wenn man just gerade kein WLAN hat, ist das sehr ungünstig. Das auf das Teilen von Informationen nicht hingewiesen wird und man es erst separat im Menü ausschalten muss, halte ich ebenfalls für bedenklich. Dieses Datenkraken-Verhalten mochte ich bei Miitomo schon nicht.

Des Weiteren kommen Serverprobleme hinzu, die zu Verbindungsfehlern führen. Versucht der Spieler seine Freundesliste aufzurufen und ein Verbindungsfehler entsteht, muss dieser erst langwierig ausgebügelt werden, sprich immer wieder noch einmal versucht werden, bevor man die Liste wieder schließen kann. Das alles nervt gewaltig und man hätte eventuell bessere Server bereitstellen können, schließlich ist dies nicht die erste App von Nintendo mit diesen Problemen.

Fazit

Eine nette App, mit soliden Grundsätzen, die am Anfang sehr viel Spaß macht, dann jedoch durch das viele Warten einbüßt, mit Serverproblemen nicht gerade punktet und sich dann verliert. Für mich kein richtiges Animal Crossing - aber es ist kostenlos, also probiert es doch einfach mal aus!