Montag, 4. Juli 2016

Movie Review: Warcraft - The Beginning

Was waren das noch Zeiten, als ich episch mit meinem ersten Charakter Azeroth entdeckte und aufgrund von Familienbanden der Horde beitrat. Wie man sogar vor einem Elektronikladen früh morgens noch vor der Schule stand um sich die Erweiterung "The Burning Crusade" zu holen. Als Blutelf dann schließlich die Scherbenwelt unsicher machen… welch schöne Erinnerungen. Der Film zeigt die Ankunft der Orks in Azeroth, die vor dem Zerfall ihrer Heimat fliehen um in diesem Land Fuß zu fassen. Das kriegerische Volk kennt jedoch nur Gewalt uns schon entbrennt der Kampf zwischen der Horde, unter der Führung des Blutmagiers Gul'dan und der Allianz, unter dem König Llande Wrynn. Um das Portal mit Kraft zu speisen, verwendet der Magier die Lebenskraft der versklavten Einwohner von Azeroth, da er auch den Rest der Horde durchs Portal schleusen möchte. Kann dies verhindert werden? Und noch wichtiger - kann der Film mit den riesigen Franchise von Blizzard mithalten?

Tja, mehr als mit meinem Wissen von vor Jahren kann ich nicht aufwarten. Meine Erfahrungen gründen nur auf eineinhalb Jahren World of Warcraft, während ich Warcraft niemals angerührt habe und die Geschichte nur beiläufig mitbekommen habe. Lieber gleich sagen, bevor man von Hardcore-Fans gehäutet und zerstückelt wird. Also, freut euch auf dummes Geschwätz! :)

Geschichtlich, also ob der Film nun der Lore folgt oder nicht, kann ich nicht wirklich sagen. Dafür kenne ich mich wie gesagt nicht gut genug aus und maße mir nicht an darauf etwas zu sagen. Mit gutem Willen habe ich eine Handvoll Charaktere erkannt und konnte sie gerade noch so einordnen. Was ich allerdings definitiv sagen kann, ist, dass ich sowohl die Geschichte, als auch die Charaktere sehr lieblos fand. Eine Charaktertiefe war genau wie eine Entwicklung eigentlich kaum zu erkennen. Die Liebesbeziehung zwischen Garona und Anduin Lothar ist nicht nachzuvollziehen durch die mehr als platten Dialoge. Diese Oberflächlichkeit der Dialoge stört massiv und führt zu keiner Substanz.

Dabei fand ich die Rollenbesetzung gar nicht schlecht. Aber von Ausschöpfen eines Potenzials der Schauspieler fehlt einfach jede Spur. Selbst die oberflächliche Charakterentwicklung von Medivh ist so nichts sagend. Die Freundschaft zwischen König Llande Wrynn und Anduin ist nichts sagend. Die Machtbestrebung Gul'dans ist nichts sagend. Die Geschichte ist nichts sagend.

Dieses Schwarz/Weiß- Denken hat mich sehr genervt. Ich bin mir nicht sicher, ob es an meiner früheren Zugehörigkeit zur Horde liegt, aber ich fand es so langweilig, dass die Horde als die Bösen definiert wurden, während die Allianz das strahlende Gute präsentiert. Durotan hat mir gut gefallen, obwohl die Rolle des Bösen, der zum Guten wechselt auch wieder stereotypisches ist. An sich alles sehr vorhersehbar.

Zugegeben die Bilder sind atemberaubend. CGI bis zum Abwinken, aber nicht auf eine schlechte Art, sondern in ihrer Perfektion. Die Landschaften lassen einen staunen und Spieler in Erinnerungen schwelgen und viele Elemente wiederkennen. Bildgewaltig ist der Film allemal. Natürlich sind die Orks besonders toll anzuschauen - die Details, die Mimik fantastisch. Das magische Elemente sich sehr auf die Spiele beziehen, begrüße ich sehr. Allgemein ist die Optik wunderbar an die Spiele angepasst worden.

Gerade bei den phänomenalen, farbenreichen Bildern, die man zu Gesicht bekommt, habe ich wieder Lust bekommen, mich erneut in die Welt hineinziehen zu lassen, vielleicht diesmal auch etwas mehr.

Soundtechnisch ist dieser Film einfach nur episch. Kein Wunder, den der Soundtrack stammt von keinem anderen als Ramin Djawadi, der schon verantwortlich für den Soundtrack zu Game of Thrones ist.

Fazit

Ein Film mit platter Geschichte, flachen Charakteren, Schwarz/Weiß-Denken, der aber fabelhafte Bilder und einen sagenhaften Soundtrack besitzt, der die Welt wunderbar inszeniert.


Kommentare:

  1. Das kommt halt dabei heraus, wenn man Stoffe nur aufgrund ihrer Popularität und nicht wegen des Potentials verfilmt. Wobei man allerdings auch zugeben muss, dass Hollywood und Co. ja selbst gute Vorlagen wie Max Payne in den Sand setzen konnten.

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    1. Gut gesagt!

      Der Max Payne Film war so dermaßen grauenhaft... brh... da läuft mir glatt eine Gänsehaut über den Nacken. :)

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  2. Kann ich so unterschreiben. Ich denke aber mal, dass sich die Geschichte mit den noch kommenden Filmen dann auch tiefergehend entwickelt. Im ersten Film muss man ja immer noch die Charaktere und Motivationen genauer erklaeren.

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    1. Mehr Tiefgang würde ich mir wirklich wünschen. Die Bilder an sich waren ja klasse. Hoffentlich entwickelt sich das Ganze zum Guten. :)

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