Samstag, 16. April 2016

Game Review: Oxenfree

Genre: Adventure
Publisher: -
Developer: Night School Studio
USK: Noch ausstehend
Release: 15. Januar 2016
Spielzeit: 4 - 8 Stunden

Eine Hand voll Teenager auf einer Insel, die einfach nur feiern wollen? Hört sich schon mal nach einem typischen Klischee von einem Horroszenario an, oder? Das ganze Treffen wird überschattet von einem tragischen Unfall, der vor einiger Zeit, dass Leben von Michael, dem Bruder unser Protagonistin Alex kostete. Dadurch nahmen die Dinge ihren Lauf, Eltern trennten sich, fanden neue Partner und nun ist Alex mit ihrem Stiefbruder Jonas und ihrem besten Freund Ren unterwegs zu einem netten Abend auf der Edward Insel. Viel los scheint auf der Insel nicht zu sein. Bis auf eine Straße mit einem Touristenbüro und den üblichen Souvenir-Läden, die alle geschlossen sind gibt es nur das Anwesen einer alten Lady mit dem Namen Magaret Adler. Eine einsame Insel - bestätigt, ein gruseliges Anwesen mit einer alten Dame - vorhanden, Teenager - exakt! Also kann es losgehen mit dem Horrorstreifen! Am Strand treffen wir noch auf eine sehr mürrische Clarissa und eine schüchterne Nona. Fünf Teenager sind an sich erst einmal eine überschaubare Gruppe. Desto schöner ist die Charaktertiefe, die bei Einigen aber erst entdeckt werden muss. Dabei kann man sich entscheiden, ob man nicht nur die süße Nona mit Ren verkuppelt oder vielleicht sogar die Schale der unsympathischen Clarissa knackt. Je nachdem welchen Weg man einschlägt, ändert sich nicht nur die Geschichte, sondern auch die eigene Sicht auf die Charaktere.

In einer Höhle sollen wir komische Sachen zu Gesicht bekommen, wenn wir mit dem Radio, welches Ren netterweise mitgebracht hat, bestimmte Sequenzen einstellen. Das will Alex sich nicht zwei mal sagen lassen und so taucht tatsächlich im Beisein von Jonas und Ren das erste ominöse Dreieck auf. Durch das ganze Spiel ziehen sich Rätsel, die wir mithilfe des Radios lösen können. Das ganze Gameplay wirkt aber trotz der ganzen Radio-Rätsel nicht eintönig, sondern hat immer neue Überraschungen auf Lager und überzeugt durch Innovationen. Zusammen mit Alex kämpfen wir uns durch sogenannte Time-Loops, also eine Stelle, die sich so lange wiederholt bis wir etwas Bestimmtes richtig gemacht haben. Dabei können wir schwerwiegende Entscheidungen treffen, die das Ende des Spiels stark beeinflussen. Vielleicht schaffen es sogar nicht alle Teenager wieder lebendig von der Insel? Vielleicht auch keiner von den Charakteren? Oder vielleicht kommt noch jemand mit dem Boot mit nach Hause?

Durch die Umgebung, die mit Aquarell gemalt zu sein scheint, ergibt sich eine ganz besondere Atmosphäre. Trotz der späten Tageszeit, mit der eher dunkle Töne einhergehen, erscheinen immer wieder Lichtblicke, die schöne Akzente setzten. Man weiß nicht so richtig, was auf der Insel sich abspielt und deswegen hat man die ganze Zeit ein bedrückendes Gefühl. Der Sound des Spiels trägt das übrige dazu bei, da er durchzogen ist von Störgeräuschen eines Radios. Manch einer mag an Resident Evil erinnert werden, wenn er ein Radio mit Störgeräuschen liest. Allerdings ist der Sound in Oxenfree eher digitaler und mystischer veranlagt.

Schon am Anfang kann man mit dem Radio herumexperimentieren

Auffallend schön ist mir die Karte des Spiels aufgefallen. Vielleicht etwas unübersichtlich, aber wenn man erst einmal ein bisschen umherläuft, hat man schnell einen Überblick, da die Insel nicht übermäßig groß, einige Strecken aber doch etwas verwinkelt sind. Auf ein Questlog oder etwas in der Art wird verzichtet. Anweisungen werden direkt auf die Karte geschrieben. So hat man nicht nur alles an einem Platz, sondern auch noch das Gefühl, als ob Alex tatsächlich die Karte in die Hand nehmen und sich Notizen macht. Natürlich gibt es auch Steinhaufen zum Sammeln, die einen in Audio-Sequenzen die Hintergrundgeschichte näher bringen soll. Leider versteht man kaum ein Wort. Erst Recht nicht, wenn die Charaktere einfach reinquatschen. Geredet wird nämlich viel und lang. Für einen ungeduldigen Spieler vielleicht etwas nervig, aber es lohnt sich durchaus den Gesprächen zuzuhören. Beim Wechseln der wirklich kontrastreichen Gebiete, die sich oft in mehreren Ebenen darstellt, kann man die Gespräche eventuell unterbrechen.

Gesprächsoptionen in Sprechblasen

Auf einigen Websites kann man eine Collectors Edition bestellen, die nicht nur eine Kühlbox mit passendem Getränk, sondern auch die wundervolle Karte beinhaltet. Ein kleines Ticket für die Fähre und der Soundtrack sind ebenfalls enthalten. Alles bereit für einen Ausflug zu Edwards Island!

Klischee hin oder her - die Geschichte hat mich schon überrascht. Ich will aber nichts vorweg nehmen. Aber eines kann ich sagen, ich habe mich ein paar mal kurz erschreckt und beim Ende ist mir die Kinnlade auf meine Tastatur gefallen. Die schwarzen Kreaturen haben mir etwas Angst gemacht, das Radio und die Rätsel waren leicht zu handhaben und die Atmosphäre hat mich vollkommen gepackt…

Fazit

Ein kleines, liebevolles Spiel, welches demjenigen, der sich darauf einlässt eine nette Geschichte mit vielschichtigen Charakteren in einem sagenhaften Stil bietet.


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