Freitag, 29. April 2016

Game Review: Deponia - Reihe

Genre: Adventure
Publisher: Daedalic Entertainment
Developer: Daedalic Entertainment
USK: Freigegeben ab 6 Jahren
Release: Januar 2012, Oktober 2012, Oktober 2013
Spielzeit: ca. 10 - 15 Stunden pro Teil

Schon mal ein Game gespielt, bei dem ihr gedacht habt, dass passiert jetzt nicht wirklich? Ganz sicher? Dann möchte ich euch hier eine Spiel-Reihe vorstellen, die alle dies noch überbietet und die Grenzen des Normalen sprengt! Die Rede ist von Deponia mit seinen beiden Nachfolgern Chaos auf Deponia und Goodbye Deponia. Den vierten Teil werde ich seperat behandeln. Warum fragt ihr euch jetzt? Ganz klar, spielt es und ihr werdet es sofort verstehen und es als ungemein logisch erachten. Unser lieber Protagonist Rufus, ein Held sondergleichen, lebt auf dem Müllplaneten Deponia. Es passt ihm allerdings gar nicht auf diesem fliegenden Haufen Müll zu wohnen, auf dem seine Talente nicht anerkannt werden und so plant er nach Elysium zu fliegen, eine Stadt, die über Deponia schwebt und nur von den Schönen und Reichen bewohnt wird. Bis dahin ist noch kein Versuch Deponia zu verlassen geglückt und auch jetzt wird sein Plan durchkreuzt durch die liebenswerte Elysianerin Goal. Goal ist nämlich mit ihrem Verlobten Cletus nach Deponia gekommen um eventuell eine Sprengung des Planeten einzuleiten. Dies muss unser Held unbedingt abwenden… und das Herz der schönen Goal erobern… und nach Elysium auswandern… eine Revolution anführen... und was haben Schnabeltiere damit zu tun? Seht selbst…

Spiele der Deponia Reihe sind von der Steuerung her ganz normale Point-and-Click Adventure. Es gilt Sachen aufzusammeln, sie zu kombinieren und einzusetzen. Ab und zu müssen Rätsel gelöst werden und mit der Maus bewegt man sich von Bildschirm zu Bildschirm. Rätsel können zur Not übersprungen werden. An sich das schöne, alte Prinzip. Doch was macht Deponia so besonders? Ganz klar, der Humor! Wenn es alles ausweglos erscheint und man denkt nicht mehr weiterzukommen, dann ist die verrückteste Idee meist der richtige Weg. Natürlich ist kein Tier, laut kleiner, aufploppender Infotafel, zu Schaden gekommen. Die Geschichte im ersten Teil hält sich noch relativ in normalen Grenzen für ein Adventure, aber dann werden die Schnabeltiere von der Leine gelassen! Es gibt alles! Zeitreisen, Gehirnimplantate bzw. Datasetten, Cowboy Dodo, Klone, Ersatzpostkätzchen, ein Wal, der leuchtende Sardinen mag, Schnabeltier-Bataka und Torpedo-Delfine. Der erbitterte Krieg des Widerstandes gegen den Organon… Über allem hängt ein extrem guter, schwarzer Humor mit einer Spur Sarkasmus garniert. Selbst das Tutorial am Anfang strotz nur so vor Unterhaltung und Humor. Dies kann zum großen Teil an einem sehr klugen Kopf liegen. Poki oder mit bürgerlichen Namen Jan Müller-Michaelis, der schon für die grandiosen Adventurespiele Edna bricht aus und Harveys neue Augen verantwortlich war, hat auch Deponia seinen ganz eigenen Stempel aufgedrückt. Solch eine fabelhaft skurrile Geschichte muss man einfach mögen. Die Deine-Mutter-Witze im dritten Teil sind zum Schreien. Jetzt kann sich jeder aussuchen, ob ich dies nun negativ oder positiv gemeint habe.

Der Anfang eines epischen Abenteuers

Die Charaktere sind … nennen wir es speziell. Rufus, unser selbstverliebter und vielleicht auch etwas egoistischer Held lebt in seiner eigenen Welt. Er versucht zwar alles immer wieder in Ordnung zu bringen, macht es dann aber meistens schlimmer. Manchmal führt seine Vorgehensweise den Spieler an echte Herausforderungen des eigenen Ekel-Empfindens. Während seine Freunde, allen voran seine Ex-Freundin Toni, ihn und seine Handlungen mit Zynismus begegnen. Dazu reiht sich auch Goal ein. Goals Persönlichkeit ist schwer zu beschreiben, da sie zu bestimmten Zeitpunkten entweder gar nicht vorhanden oder in drei Teile gespalten ist. Bozo der Pirat und Doc, welche eine begnadete Ruhe besitzen, Wenzel, der sogenannte "Sidekick" von Rufus, der Psychiater oder die Widerstandsgruppe unter der Führung von Janosch mit dem wunderbaren Akzent. Donna, die manchmal auch Goal ist. Hatte ich schon die liebliche Lotti erwähnt?

Hintergrunde sind genauso wie die Charaktere gezeichnet. Dies gibt dem Spiel ein ganz hübsches Flair. Jedes noch so kleine Schrottteil auf dem Planeten ist mit so viel Liebe gezeichnet. Selbst auf dem schwimmenden Schwarzmarkt fühlt man sich wohl. Jeder Ort ob nun Kuvaq oder Porta Fisco hat seinen ganz eigenen Charme. In jedem Bildschirm kann man Kleinigkeiten entdecken, ob es nun Anspielungen auf andere Spiele aus dem Hause Daedalic sind, oder ein kleines Eichhörnchen, welches durch den Bildschirm hüpft oder eine Schrottkrabbe, die unter dem Gerümpel hervorlugt. Diese Lebendigkeit schafft eine wunderbare Atmosphäre. Die Emotionen fahren Achterbahn in den drei Teilen von Deponia. Ich habe mich manchmal halb tot gelacht, mich an manchen Stellen geekelt und ab und zu auch eine Träne verdrückt.

Ein großer Pluspunkt ist der Soundtrack. Zwischen den Spielabschnitten wird ein Lied, welches immer zur Situation passend weitergeführt wird, gespielt. Wenn man dieses Lied hört ohne das Spiel zu kennen, fragt man sich wirklich, ob den da noch alle Latten am Zaun und Tassen im Schrank sind. Es gibt immer wieder Songs, die so unfassbar witzig sind. Durch instrumentale Stücke wird das Spiel allerdings auch begleitet, was nicht heißen muss, dass sie nicht weniger unterhaltsam und abgedreht sind.

Fazit

Drei unglaublich gute und zugleich sehr verrückte Spiele mit einem grandiosen Humor und einer Geschichte, die so nie wieder irgendwo vorkommen wird.



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