Sonntag, 26. März 2017

Game Review: Beyond Eyes

Genre: Adventure
Publisher: Team 17
Developer: tiger & squid
USK: Keine Angabe
Release: 11. August 2015
Spielzeit: 1- 2 Stunden

Wie ein hübsches Aquarell-Gemälde kommt Beyond Eyes daher und will seine Spieler überraschen. In der Rolle von Rae, einem blinden Mädchen entdecken wir die Welt um unsere Katze Nani zu finden. Haben wir hier wieder eine Indie-Perle vor uns?

Rae ist seit einem Unfall blind und verbringt die meiste Zeit im riesigen Garten zuhause. Allein ist sie dabei jedoch nicht. Immer wieder besucht sie eine Katze, die sie Nani getauft hat. Doch eines Tages kommt Nani nicht mehr und Rae vermisst ihren kleinen Freund sehr. Kurzerhand macht sie sich auf den Weg, um nach Nani zu suchen. Dabei kommt sie an unterschiedlichen Gebieten vorbei, die von ländlichen Wiesen bis über einen kleinen, städtischen Hafen reicht.


Alles wird erst nach und nach sichtbar, wenn wir mit dem kleinen Mädchen daran vorbeigelaufen oder gegengelaufen sind. Die Art und Weise, wie die Welt gestaltet ist, lässt Platz zum Träumen. Wunderschöne Blumenwiesen durch die ein plätschernder Bach fließt in einer hübschen Optik, als wären sie mit Wasserfarben gemalt worden. So farbenfroh die Welt ist, so kann sie plötzlich ganz schön bedrückend und grau werden, wenn sich Rae eine Gefahr in den Weg stellt. Dies kann schon ein bellender Hund oder ein Auto sein, denn Rae kann sie schließlich nicht sehen, sondern meist nur hören.


Hören ist ein gutes Stichwort - da der Sehsinn für Rae nicht mehr erreichbar ist, sind die anderen Sinne umso geschärfter. Durch Fühlen bekommen wir diese wunderbar farbige Welt, aber auch die anderen Sinne spielen eine Rolle. So kann Rae am Hafen den Fisch riechen oder die Kirchenglocken hören. Deswegen ist rein musikalisch der Soundtrack nur in bestimmten Situationen zu hören. Ansonsten ist es still, damit Rae die Vögel zwitschern, den Bach plätschern oder auch die Hunde bellen hören kann.

Die Arme an sich gepresst geht Rae tapfer weiter, wenn sich ihr eine vermeintliche Gefahr offenbart, was eine unglaubliche Stimmung vermittelt. Eben noch entspannt einen Waldpfad gefolgt und nun steht eine dunkle Wand aus schwarzem Nebel vor einem. Die begrenzte Welt wirkt ebenfalls liebevoll gestaltet. So stehen Blumentöpfe in einem Garten oder Hühner lassen sich entdecken - mit einigen Dingen kann man sogar interagieren.


Dabei erschließt sich die Geschichte über kleine Texte, die in bestimmten Situationen in das Bild eingebunden werden. Wenn ich ehrlich bin, fand ich das Spiel zwar wunderschön, aber der Tiefgang am Ende hat mich dann doch umgehauen. Den einzigen Kritikpunkt, den ich vorzubringen habe, ist dass das Spiel etwas kurz geraten ist - ich hätte noch stundenlang weiter die Welt erkunden können. Vielleicht würden einige Spieler Rae als zu langsam bezeichnen, da es schon etwas nerven kann, wenn man den falschen Weg eingeschlagen hat und diesen im Schneckentempo zurückgehen muss. Aber schließlich ist das kleine Mädchen blind und so wird das ganze Spiel etwas entschleunigt.

Fazit

Ein wunderschönes, liebevolles Spiel, welches zum Erkunden einlädt, unglaublich schnell die Atmosphäre wechseln kann und am Ende emotionalen Tiefgang beweist. Innovatives Gameplay gepaart mit Wasserfarben-Grafik - perfekt! Leider etwas kurz und begrenzt.


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