Dienstag, 28. Februar 2017

Game Review: Syberia

Genre: Adventure
Publisher: Microids
Developer: Microids
USK: Freigegeben ab 0 Jahren
Release: 18. Juli 2002
Spielzeit: 10 Stunden

Schon bald erscheint der dritte Teil der Serie mit dem Titel Syberia, die 2002 aus der Feder von Benoît Sokal entstanden ist. Da ich von dem ersten Teil, als ich ihn damals spielte nicht ganz so begeistert war, war ich trotzdem bereit ihm noch einmal eine Chance zu geben, da ich ihn mit einer gewissen Hektik gegenüber getreten bin. Wir übernehmen die Rolle von Kate Walker, die als Anwältin nach Frankreich reist, um dort einen Kaufvertrag für die Fabrik der Voralbergs für ihren Mandanten zu schließen. Wie es nun aber immer in einem Adventure der Fall ist, gibt es Komplikationen und Kate muss sich auf die Suche nach einem Geist begeben…

Wie ein typisches Point&Click Adventure können wir die Orte erkunden und müssen kleine Rätsel lösen. Dabei gestalten sich die Rätsel manchmal als ganz schön kniffelig, wenn man wieder einmal auf den Schlauch steht bzw. die Lösung mehr als unlogisch sich offenbart. Zahlen eingeben, Schleusen bedienen oder auch schwer versteckte Weinreben finden - so zackig wie die Rätsel von statten gehen, so anders verhält es sich bei der Story…

Langsam plätschert die Geschichte vor sich hin. Eile ist hier definitiv nicht geboten. Spannung möchte sich ebenfalls nicht auf aufbauen. Beim ersten Durchspielen empfand ich diese Gegebenheit als langatmig und zäh, jetzt kann ich wiederum die ruhige, entspannte Atmosphäre durchaus schätzen. Es sei zu erwähnen, dass das Spiel zwar mehr oder weniger abgeschlossen wird in seiner Story, aber dann doch Raum lässt. Da muss man wohl oder übel auch den zweiten Teil spielen….

Durch Anrufe erfährt der Spieler immer mehr von Kates Leben abseits dieses Auftrags. Persönlich empfand ich die Anrufer selbst, egal ob Mutter, Mann oder Chef als sehr unangenehme Personen. Kate war mir da noch am sympathischsten. Eine Art Beziehung schließt Kate auf ihrer Reise nur mit einem Automaten namens Oskar. Alle anderen Charaktere wirken dagegen blass, vielleicht auch deswegen weil Oskar mit seiner Bürokratie einem den letzten Nerv rauben kann. Eine Person oder besser gesagt Familie über die der Spieler ebenfalls mehr erfährt sind die Voralbergs. Nur schade, dass davon die meisten tot sind.

Musikalisch ist das Spiel leider etwas unbalanciert. Immer wieder dröhnt das gleiche Musikstück dem Spieler in den Ohren, ohne dabei die Lautstärke zu drosseln. Die Soundeinstellungen lassen leider auch zu wünschen übrig - Sprachausgabe ist kein einzelner Punkt, sondern ist mit den Effekten zusammengelegt. So hat man lautes Vogelgezwitscher und trotzdem noch leise Stimmen. Die Synchronisation ist in Ordnung, aber nicht herausragend. Die Dialoge wirken meist eintönig und langweilig. Die einzige interessante Sache war für mich die Sage um die Youkols und deren Mammuts, die aber leider nur fiktiv ist.

Atmosphärisch trägt das Erscheinungsbild der Welt das Spiel. Zwar gehört Syberia zu den schon etwas älteren Spielen, ist grafisch auch etwas schwammig, aber der Stil kann sich immer noch sehen lassen. Die merkwürdigen Häuser mit den geschmiedeten Fenstern in Valadiléne oder der fabelhafte Bahnhof in Barockstadt und überall die metallischen Automaten - einfach herzallerliebst. Für jede noch so kleine Aufgabe scheint es den passenden Automaten zu geben. Selbst im heruntergekommenen Kurort Aralbad mit seinen Salzstürmen gibt es Automaten. Die Steampunk-Elemente lassen sich nicht verleugnen.

Fazit

Ein hübsches, jedoch langatmiges Spiel mit langweiligen Dialogen und blassen Charakteren. Hoffentlich wird der zweite Teil besser...


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