Donnerstag, 23. Februar 2017

Game Review: Resident Evil 7

Genre: Horror
Publisher: Capcom
Developer: Capcom
USK: Freigeben ab 18 Jahren
Release: 24. Januar 2017
Spielzeit: 10 - 15 Stunden

Nach der fantastischen Demo, wird natürlich auch das Hauptspiel besprochen. Wir schlüpfen in die Rolle von Ethan Winters, der im Sommer 2017, ca. 4 Jahre nach Resident Evil 6, nach seiner Frau Mia sucht, die ihm jedoch eine Mail mit einem Video geschickt hat, in dem sie betont, dass er sie nicht suchen soll. Durch eine weitere widersprüchliche Mail gelangt er jedoch an eine Fährte, die ihn auf eine verlassene und nach den Einwohner der Stadt auch verfluchten Farm der Familie Baker führt, die in Dulvey, Louisana in der Nähe der Sümpfe liegt. Na dann, willkommen in der Familie…

Etwas, was ich in meinem Artikel zur Demo nicht erwähnt habe, ist die Tatsache, dass Resident Evil 7 vom Stil/Aussehen her, sehr an Silent Hills P.T. erinnert. Leser jenes Artikels wissen bereits, dass ich Silent Hill zu meinen Lieblingen zähle, während ich Resident Evil nicht so glänzend fand. Deswegen möchte ich die beiden Reihen ungern miteinander vergleichen, da ich mir vorgenommen habe, Resident Evil noch eine Chance zu geben… und glaubt mir, es hat sich gelohnt!

Wer übrigens schon die Demo gespielt hat, wird die erste Zeit, nachdem man die Farm betreten hat, schon kennen. Aber ich sage euch, einige Überraschungen wird es auf jeden Fall geben, denn nicht alles scheint gleich zu sein.

Jede Person hat ihren ganz eigenen, zugegeben meist sehr beängstigenden Charakter. So ist Jack, der Vater der Familie Baker auch gleichzeitig das mächtige Familienoberhaupt, während Marguerite Baker, die fürsorgliche Mutter mimt. Das schwarze Schaf in der Familie, also der Sohn Lucas liebt es zu spielen. Selbst unsere Frau Mia ist schaurig schön gestaltet. Der einzige Charakter, der nicht durch gute Inszenierung auffällt, ist unser Protagonist Ethan. Unbeteiligt läuft er durch das Haus, egal welches Unheil sich ihm in den Weg stellt. Die beiläufigen Kommentare wirken deplatziert und unglaubwürdig.

Ohne auch nur eine Kleinigkeit zu spoilern, möchte ich behaupten, dass die Geschichte hinter Resident Evil 7 wirklich bemerkenswert ist. Vor allem im ersten Teil des Spiels hatte ich große Angst. Während ich am Ende großes Mitleid empfand. Ein tolles Gameplay-Element ist das Aufsammeln und Abspielen der VHS-Kasetten, welches man nicht nur als Abspielen, sondern als tatsächliches Spielen bezeichnen kann. Durch die Augen verschiedener Opfer lassen sich nicht nur Rätsel lösen, sondern auch an neue Hintergrundinfos kann man gelangen. Diese Sequenzen haben auch Auswirkungen auf das normale Spiel. Fotos und Dokumente lassen sich ebenfalls finden und unterstützen die Geschichte.

Bosskämpfe sind abwechslungsreich, wenn auch nicht sehr gut ausbalanciert, da sich einige kinderleicht niederstrecken lassen, während andere bockschwer sind. Dennoch ist jeder Bosskampf eine gelungene Inszenierung. Zum Glück lässt sich mit Steroiden die Gesundheitsanzeige von Ethan verbessern. Eine Shotgun kann aber auch gut weiterhelfen.

Manchmal ist die Steuerung etwas hakelig - kann aber auch daran liegen, dass man in Panik einfach nicht so genau die Knöpfe drückt, da die Egoperspektive schon ganz schön an die Nieren gehen kann. Aber wenn man dann unbeabsichtigt eine Heilung verbraucht, dann ist das zwar ärgerlich, aber einzig und allein die Schuld des Spielers. Trotzdem geht das Zielen mit diversen Waffen ganz gut von der Hand. Munition und Heilung ist begrenzt, wie es in einem anständigen Horrorspiel auch der Fall sein muss. Rätsel sind nicht zu schwer, können einen aber manchmal schon anständig in Schach halten. Von Schattenspielen über spezielle Schlüssel ist alles im Repertoire.

Wie ich bereits in der Rezension zur Demo geschrieben habe, ist die Grafik sehr realistisch, was man bei einigen Szenen aber gerne nicht ganz so detailgetreu gehabt hätte. Der Ekelfaktor ist vorprogrammiert und die Gewaltdarstellungen sind sehr brutal. Nichts für schwache Gemüter.

Während die Grafik glänzt, ist es in den Lautsprechern meist sehr leise, bis auf das Opening und Ending, welches mit dem Song "Go tell aunt rhody" wirklich fabelhaft ist. Das ergibt sich schon daraus, dass man oft einfach hören muss, wo die Familienmitglieder lauern, um ihnen überhaupt entkommen zu können. Diese vermeintliche Stille, schließlich ist vor allem der Vater sehr lautstark in seinen Äußerungen auf seiner Jagd, schafft eine einzigartige Atmosphäre und treiben einem die Gänsehaut über den ganzen Körper.

Atmosphärisch ist Resident Evil 7 eines der besten Spiele überhaupt, denn wie ich am Anfang schon schrieb, hatte ich tatsächlich Angst beim Spielen. Das ständige Gejagt-werden ob nun von der Familie Baker oder den anderen Monstern, gepaart mit der Frage warum dies alles geschieht, ist einfach ein Nervenkitzel. Das Haus bzw. die Farm der Bakers ist zwar riesig, aber irgendwann findet man sich einigermaßen zurecht, was auch bitter nötig ist, schließlich will uns alles in diesem Haus ans Leben. Den Szenenwechsel am Ende ist, ohne zu spoilern, wirklich bemerkenswert und hat mich positiv überrascht.

Fazit

Ein fantastisch, atmosphärisches Spiel mit grandiosen Charakteren, welches mir eine Heidenangst machte und mit einer guten Geschichte aufwartete. Gelungenes Resident Evil!


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