Dienstag, 5. Juli 2016

Movie Review: Angry Birds

Angry Birds eine der Apps schlechthin, wenn es um Spiele zum Daddeln auf dem Smartphone geht. Meine Erfahrung mit diesem Franchise sind nicht sehr mannigfaltig und im spielerischen Sinn auch nicht von Erfolg gekrönt. Grüne Schweine haben die Eier von bunten Vögeln gestohlen, die sie daraufhin mit sich selbst bombardieren. So einfach - so gut. Aber funktioniert diese doch recht einfache App mit eher fehlenden Geschichte als Film? Red ist ein Vogel, der schon als Küken nicht richtig dazugehörte. Dieses Unverständnis der Gesellschaft von Vögel auf einer Insel, in der er lebt, führt bei ihm zu einem Übermaß an Wut. Als Schweine schließlich auf die idyllische Insel kommen, ist er der einzige der den neuen Besuchern kritisch gegenübersteht, zum Groll des Bürgermeisters/Richters, der ihn dank seiner Gewaltausbrüche schon zur Anti-Aggressions-Therapie verdonnert hat… kann Red die Eier retten…?

Typische Grundgeschichte eines Außenseiters, der dann zum Helden werden muss. Komischerweise kann ich in den meisten Fällen die Wut von Red vollkommen verstehen. Wie sagte bereits das Pokemon Mewtu "the world pushes us without mercy and when some push back the world points and cries…evil...". Und genau da liegt der Knackpunkt. Was will uns der Film sagen? Wenn du ungerecht behandelt wirst, wehre dich nicht, denn dann wirst du zum Außenseiter? Diese Anti-Aggressions-Pädagogik nervt mich extrem. Jeder Mensch darf genauso wütend sein, wie er traurig sein oder sich freuen darf. Das heißt nicht, dass man anderen mit Gewalt antworten sollte, aber mich wundert immer, dass wenn auf einem herumgehackt wird, sein Echo nicht erwartet wird.

Bei Angry Birds handelt es sich ganz klar um einen Kinderfilm. Gerade bei Kinderfilmen ist mir eine Botschaft wichtig. Nicht das massenweise mit pädagogischen Werten um sich geschmissen werden muss, sondern eine kleine, aber feine Moral, die sich vielleicht auch erst am Ende des Films offenbart. Hier allerdings mehr schlecht, als recht.

Natürlich ist die Geschichte relativ vorhersehbar und einfach gehalten. Bei einem Kinderfilm sollte man nicht mit einer komplexen Handlung auffahren, aber ein bisschen mehr Tiefgang hätte nicht geschadet. Die Charaktere sind einem nämlich eigentlich ganz sympathisch. Die Freunde, die Red in der Wut-Therapie kennenlernt, sind jeder für sich eigen, wollen jedoch, wie jedes Lebewesen einfach nur Zuneigung und Verständnis. Besonders der quirlige Chuck hat sich sofort in mein Herz geschlichen.

Anspielungen auf andere Elemente der Pop-Kultur und unser Gesellschaft sind vorhanden und sorgen für einige Lacher. Witze sind schon anwesend, obwohl sie meist flach sind. Übertrieben wird maßlos, sodass viele Dinge eher den Gedanken "Muss das sein?" hervorrufen.

Alles ist kunterbunt und wirklich hübsch anzusehen. Einige Male werden unpassende Lieder eingespielt. Muss nicht sein und ist auch nicht witzig. Logik sollte man nicht erwarten: Warum schenken die Schweine den Vögeln die Schleuder? Für mich immer noch eine unbeantwortete Frage. Stellenweise habe ich mich aufgrund der uninteressanten Geschichte gelangweilt.

Fazit

Ein Kinderfilm, der versucht eine Handlung um eine App zu bauen, damit jedoch scheitert. Trotzdem gibt es ein paar gute, lustige Szenen, die einen aber leider nicht durch den Film begleiten. Hinzu kommt noch die fehlende Moral...


Kommentare:

  1. Ja das Problem der Story haben ja viele Filme, dessen Vorlage eigentlich nur von der Mechanik leben. Aehnlich dem Super Mario Debakel Anfang der 90er ;)

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    1. Oh, erinnere mich nicht daran! Habe den als Kind geschaut und war so enttäuscht! :)

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