Sonntag, 22. Mai 2016

Game Review: Final Fantasy IV

Genre: JRPG
Publisher: Square
Developer: Square
USK: Freigegeben ab 0 Jahren
Release: 02. Juni 2006
Spielzeit: Erst 08 Stunden + 27 Stunden

Im Königreich Baron passieren merkwürdige Dinge. Der König befielt seinem Dunkelritter und Kommandant der Rotschwingen Cecil das Dorf Mysidia zu überfallen um den Kristall für ihn zu rauben. Cecil plagt nach so einer schrecklichen Tat, bei der viele Unschuldige ihr Leben lassen mussten, dass schlechte Gewissen. Doch das Hinterfragen hat keinen Sinn und so schickt ihn der König als Strafe zusammen mit seinem Freund Kain, einem Dragoon den Nebeldrachen besiegen um einen Ring ins Dorf Nebel zu bringen. Doch es passiert ein großes Unglück und Cecil muss begreifen, dass das Böse dabei ist das Land zu übernehmen. Der Bösewicht Golbez will die Kristalle vereinen, um mit ihnen die unbändige Kraft des Mondes zu entfesseln. Auf seiner Reise das Schlimmste zu verhindern, findet Cecil viele Freunde und Begleiter und kommt am Ende vielleicht sogar seiner eigenen Bestimmung ein ganzes Stück näher…

In der Steam- Version war man so nett und hat dem Spieler die Wahl gelassen, ob er die Schwierigkeitsstufe Normal oder Schwer bezwingen möchte. In der NDS-Version wurde diese Auswahl allerdings nicht eingefügt und so befindet sich der Schwierigkeitsgrad automatisch auf der schweren Variante der Steam-Version. Persönlich finde ich den schweren Weg für Spieler, die sich bereits im Bereich der JRPGs bewegt haben vollkommen in Ordnung. Da dieser Titel als erstes auf dem SNES veröffentlicht wurde, kann man sich den damaligen japanischen Schwierigkeitsgrad schon denken. Ich begrüße es immer, wenn man Games so spielen kann, wie es eigentlich vorgesehen wurde und keine länderspezifischen Anpassungen vorgenommen werden.

Eine der Änderungen, die mit allerdings das Spiel sehr erleichtert hat, ist die Tatsache, dass Truhen, anders als in den Vorgängern jetzt angezeigt werden. Man muss eigentlich nur noch den Geheimgang suchen und nicht mehr mit der Zoom-Funktion wie bekloppt herumrennen. Schalter sind ebenfalls gut zu erkennen. Um sich eventuell besser in die Charaktere hineinversetzten zu können, werden im Menü die Gedanken jedes einzelnen Protagonisten angezeigt, die sich je nach Situation und voranschreiten in der Geschichte recht schnell verändern. Der Zauber Analyse, den ich im letzten Teil sehr bemängelt habe, wird durch das Item Monsterfibel abgelöst, welches immer die Infos zu den Gegnern ausspuckt. Speichern ist auf der Oberwelt oder an bestimmten Punkten in Dungeons möglich. Tatsächlich gibt es sogar eine temporäre Schnellspeicherfunktion.

Zwar ist der Charakter Namingway vorhanden, man kann aber aufgrund der Cutszenes den Namen der Protagonisten nicht ändern. Im SNES und im Gameboy-Teil war dies möglich, da keine Synchronisation zur der Zeit vorhanden war. Namingway zieht immer weiter und wechselt nicht nur seinen Namen, sondern auch seine Funktion. So erhält man am Anfang vom umbenannten Mappingway die Karte des Wandersmanns, die man in Dungeons zu 100% erkunden kann, um eine Belohnung freizuschalten. Die Prozentzahl wird auf der Karte angezeigt, was auch nötig ist, da die Anzahl der Stockwerke zugenommen hat. Dies ist aber nur ein Bruchteil von den Funktionen, die der süße Hase ausführen kann. Hat er wieder einen Namen abgelegt, kann man zum Beispiel das Monsterverzeichnis von Livingway beim Fat Chocobo einsehen. Übrigens sieht der Fat Chocobo nicht mehr ganz so kahl aus. Allgemein wurden viele Grafiken aufpoliert. Am besten hat mir die neue Kartenansicht gefallen, die in Dungeons anwählbar ist und beim Laufen des Charakters transparent sichtbar bleibt. So ist ein Entdecken viel einfacher. Es gibt eine Autofunktion für den Kampf und man kann die Geschwindigkeit individuell anpassen. Die Kämpfe finden nicht mehr rundenbasiert statt, sondern durch einen Zeitbalken, der sich immer wieder auflädt. Gruppenmitglieder können sowohl an vorderster Front stehen, als auch in der hinteren Reihe. Dies beeinflusst die Taktik und den Schaden. Zum ersten Mal kann man in diesem Teil Kombo-Attacken bestaunen, wenn auch erst einmal nur bei den Zwillingen Porom und Palom. Geschichtstragende Inhalte werden manchmal über eine Kampfszene vermittelt, in der der Spieler selbst gar nicht viel ausrichten kann. Die Jobklassen können in diesem Teil allerdings nicht gewechselt werden, sondern sind an die jeweiligen Charakter gebunden. Dies stört aber keinesfalls, da jeder Charakter über eine Persönlichkeit verfügt, die perfekt zur angewendeten Klasse passt. Dadurch werden spezielle Taktiken erst möglich, wie das Verstecken vor einem Kampf von Edward, um ihn vor einem großen Angriff zu schützen und erst in der nächsten Runde wieder einzusetzen. Rydia, die als Beschwörerin agiert, kann erst später den Zauber Feuer erlernen, da sie erst die Katastrophe in ihrem Dorf verarbeiten muss. Personen können sich mit ihren Fähigkeiten weiterentwickeln und ganz neue Seiten für sich erschließen. Dies sorgt für eine gelungene Charaktertiefe. Es gibt trotzdem Stellen in denen die Story überdramatisiert wird und dadurch lächerlich wirkt. Aber Charaktere verschwinden nicht spurlos im Nichts bei einem Tod - Fortschritt! Neue Gruppenmitglieder werden mit eindrucksvollen Situationen vorgestellt.

Lustige Zwischeneinlagen sind immer wieder zu finden, egal ob es das Lesen von Buchtiteln ist, das Feuer in einen Kamin oder eine Nebenquest, in der man wohl zu viel getrunken hat und schließlich als Schwein aufwacht. Die Tänzerinnen sorgen in jedem Dorf für angenehme, aber auch peinliche Begegnungen. Cid, der sich natürlich wieder bestens mit Luftschiffen auskennt, sorgt für viele Stellen, in denen man Schmunzeln muss.

Wie schon in Teil 3 gibt es viele Mechaniken und Eigenschaften, die zum Glück wiederverwendet wurden, wie z.B. das Spazieren in Wassergräben oder Secrets hinter den bekannten Wasserfällen. Alte Bekannte tauchen auf in Form von Gegnern und Beschwörungen. Mittlerweile sollten Namen wie Odin, Bahamut, Leviathan und Co. jedem FF-Fan geläufig sein. Diesmal gibt es wenigstens keine Pseudo-Mythologiem, um diese Dinge einzuführen. Heilung kann wie immer auf Untote gewirkt werden, um Schaden zu verursachen. Wenn eine Gruppe angreift und der General besiegt wird, sind die Soldaten verwirrt - nettes Detail! Die Statusveränderungen sind lustig, wie nervig - Frosch & Schwein. Die Fähigkeit Subspirit kann einem gut beim Training helfen um MP wiederzuerlangen und unendlich Aktionen ausführen zu können, denn manchmal ist das Nachleveln neuerhaltener Charaktere bitter nötig. Der Wüstenwurm stellt die Sandschildkröte des zweiten Teils dar und verursacht den sofortigen Tod. Solche Gegner finde ich meist sehr ätzend und es ist mir immer wieder eine große Frage, warum sie eingebaut worden sind. Genauso ist es mir ein Rätsel, wieso Monster in bestimmten Cutszenes als Schwarzmagier bzw. Kapuzenwesen dargestellt werden.

Die Geschichte hebt sich stark von den seiner Vorgänger ab. Ich habe das Gefühl, dass dieser Teil von der Story alles richtig machen möchte. Die NPCs hinterfragen Umstände, während andere Leute es einfach hinnehmen. Alles wirkt ausgereifter und in sich stimmiger. Die Orte bieten sehr viel mehr Abwechslung und so glänzen Dörfer mit ganz neuen Details. Selbst die Einwohner haben unterschiedliche Designs je nach Wetterlage des Dorfes.

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Boom! Und da hätte ich gerne weitergeschrieben bzw. gespielt… aber mein Speicherstand auf der DS-Karte ist nicht mehr zu erkennen und lässt sich nicht mehr herstellen. Um nicht noch einmal das komplett Gleiche zu spielen, habe ich mich entschieden auf die Gameboy Advance Fassung zu wechseln. Inhaltlich und vom Gameplay sind die Gameboy und die DS Version fast gleich. Durch das Spielen des NDS-Teils habe ich zum Glück in der Gameboy- Version, die gleiche Stelle viel schneller erreichen können. Von nun an also meine Reise in einem Emulator…

Final Fantasy IV Gameboy Advance Version

Bei einer schönen Pixel-Grafik schlägt mein Herz einfach höher. Zwar gefallen mir die Grafiken der Charaktere im Menüfenster mal so gar nicht, denn zum Beispiel Rosa sieht richtig gruselig aus mit ihrer langen Nase, aber im Kampf ist der Stil dann wieder klar im Vorteil. Ich mag die Protagonisten in dieser Optik sehr und die Monster, egal ob normale Random Encounter oder Bossgegner sehen meilenweit besser aus, als in der DS Version. Da hätte man wohl doch bei seinen Wurzeln bleiben sollen. Ich erinnere mich mit Schrecken an den Drachen mit den Glubschaugen, der in mehrere Richtungen zur gleichen Zeit schauen konnte aus dem dritten Teil! Gliedmaßen können bei Bossgegnern z.B. Tentakeln abgetrennt werden und werden grafisch dargestellt. Bei einem Sieg lösen sich die Feinde in die Einzelteile ihrer Pixel auf, welches immer wieder hübsch anzusehen ist. Das Wackeln des Bildschirms bei Actionszenen geht mir da wiederum extrem auf den Geist. In diesem Teil begegnet uns einer der nettesten Bosse der Videospielgeschichte - Rubicante, einer der Elementarfürsten, der einem vor jedem Kampf heilt und ausgesprochen höflich ist. Animationen sind an sich besser geworden, wenn ich noch daran denke, wie es im ersten Teil ausgesehen hat, wenn man einen Zauber gewirkt hat. Meiner Meinung nach hatte der Zaubernde immer einen Lolli im Mund, den er hin und her gedreht hat. Die verschiedenen Gebiete sind gut gestaltet und bieten immer wieder neue Herausforderungen. Falls man am Ende seine Charaktere auswechseln möchte, kann man dies nach Belieben tun und sollte es auch. Die auf dem Dach der Burg geparkten Charaktere werden nämlich noch im optionalen Dungeon wichtig, bei dem jeder Charakter persönlich behandelt wird und bestimmte Waffen und Fähigkeiten erhält. Auch in diesem Teil kann man wieder gegen bekannte Waffen kämpfen, um diese zu erhalten, welches wie das Besiegen der zu beschwörenden Wesen ist. Links- und Rechtshänder müssen beachtet werden und es gibt tatsächlich auch einen beidhändigen Charakter.

Final Fantasy IV Gameboy Advance Version

Namingway bleibt seinem Namen treu und kann zu jeder Zeit die Namen der Mitglieder in der Gruppe ändern. Eine transparente Karte ist leider auch nicht vorhanden, genauso wie die Belohnungen beim Erkunden auf 100%. Der Fat Chocobo hat eine bedeutendere Rolle, da das Inventar in diesem Teil wirklich sehr begrenzt ist und man immer wieder Items bei ihm abladen sollte. Chocobos weisen in diesem Teil nun auch mehr Farben und dadurch Eigenschaften auf. Es gibt sogar Chocobos, die einem Magiepunkte wiederherstellen oder kurze Strecken fliegen können. Luftschiffe sind ebenfalls wieder mehrere mit verschiedenen Fähigkeiten vorhanden. Truhen können Monster enthalten und beim Fliehen aus einem Kampf wird Gil fallen gelassen. Dies kann bei schweren Gegnern auch mal eine stattliche Summe sein, also aufgepasst! Secrets lassen sich auch im Gameboy Advance Teil zuhauf finden. Man kann sogar einen Blick in das Büro der Entwickler werfen und ein geheimer Charkter mit dem Namen T. Tokita schließt sich einem an. Ob die Feenquelle im optionalen Monddungeon, vielleicht sogar eine Anspielung auf The Legend of Zelda ist?

Weiter oben habe ich über das Dramatisieren der Geschichte und die damit einhergehende Lächerlichkeit gesprochen. In dieser Version verschwinden zwar wieder die Körper der Sterbenden, aber trotzdem wirkt es nicht lächerlich. Die Dialoge der Charaktere untereinander erscheinen durchaus witziger und emotionaler. Besonders die frechen Zwillinge haben es mir angetan: Selber Opa! Nur die Prophezeiung hat leider nicht an seiner Lächerlichkeit verloren. Die Geschichte bleibt trotzdem spannend und hat einiges an Überraschungen und Tode zu bieten, welches in einem emotionalem Ende gipfelt.

Die Botschaft wird gut vermittelt, dass jeder ein Körnchen Böses in sich trägt und das Gleichgewicht von Licht und Dunkelheit gewahrt werden muss, welche in diesem Teil allerdings eine Wertung von Gut und Böse verpasst bekommen haben. Der Soundtrack ist wie bei seinen Vorgängern absolut passend und unterstreicht das epische Spielerlebnis.

Fazit

Ein schönes JRPG mit einer überraschend guten Story, sympathischen Charakteren und einem besseren Kampfsystem. Hier wurzelt der eigentliche Anfang des Erfolges! 



Kommentare:

  1. Ach, FFIV habe ich mir auch mal fuer den DS geholt, aber da setzte bei mir das Problem ein, dass ich direkt ein paar Stunden gespielt hatte, dann aber ein paar Wochen Pause gemacht habe und dann ueberhaupt keinen Schimmer mehr hatte, was ich wo zu erledigen habe :(

    Sollte ich vielleicht nochmal angehen demnaechst, scheint sich ja zu lohnen :)

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    1. Oh ja, dass blöde Problem mit der zu langen Pause! ^-^
      Lohnt sich aber auf jeden Fall. Bis jetzt mein Lieblingstitel der FF-Reihe. Sagt sich einfach bei dem schlechten Anfang. :)

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